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2001 Die geputzten Schuhe

„Glück und Glas – wie leicht bricht das!” Diese Tatsache verbindet die Hauptfiguren in dieser Sandlerballade von Günter Seidl. Doktor Schatz, einst ein praktischer Arzt, Emmi, die lebenslustige Verkäuferin und Tschinkerl, ein ehemaliger Kraftfahrer, werden vom Schicksal zu sozialen Außenseitern degradiert.

Gemeinsam stellen sie jedoch fest, dass es in ihrer Position kaum noch wichtige Dinge im Leben gibt: Der Nachschub an Rum oder Alkohol im Allgemeinen und die Sorge um ein Nachtquartier gehören hier zu den grundlegenden Werten. Den Rest des Tages verbringen sie damit, sich Episoden aus  früheren und lebenswerteren Zeiten zu erzählen…

Es gibt im Theater wenig Schwierigeres, als Tragikomik auszubalancieren, und genau das ist dem Autor, Günter Seidl, mit den “Geputzten Schuhen” gelungen. Die soziale Tragik, die teilweise kraftvolle aber doch auch berührende Sprache und die Tatsache, dass der Inhalt dieser Ballade aus dem Leben gegriffen ist, lassen den Zuschauer mit Sicherheit nicht unberührt zurück! Ein Wechselbad an zweifelhafter Aussteiger-Romantik und existentiellen Grundwerten bescheren eine Berg- und Talfahrt der Emotionen.