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2003 Der Besuch der alten Dame

Die Multimillionärin Claire Zachanassian besucht nach jahrelanger Abwesenheit ihre Heimatstadt Güllen. Dort wird sie von den Güllenern stürmisch empfangen, erhoffen sie sich doch eine finanzielle Unterstützung für ihre mittlerweile bankrotte Stadt. Claire Zachanassian, sich der finanziellen Situation Güllens wohl bewusst, ist bereit, eine Milliarde (50% für die Stadt, 50 % zu verteilen unter den Einwohnern) zu spenden, allerdings nur unter einer Bedingung. Der Krämer Alfred Ill, Claires Jugendliebe und Vater ihres Kindes, soll sterben. Denn Ill hat sie seinerzeit sitzen lassen und seine Vaterschaft in einem Prozess mit Hilfe von zwei bestochenen Zeugen erfolgreich bestritten.

Die Einwohner Güllens sind zunächst empört und lehnen das Angebot von Frau Zachanassian entrüstet ab. Doch schnell vollzieht sich ein Wandel in dem Städtchen. Die Güllener, die zu Beginn aus moralischen Gründen voll und ganz hinter Ill standen, fangen an, auf großem Fuß zu leben, machen größere Anschaffungen usw. Ill merkt, dass sich etwas zusammenbraut, doch ist er zu sehr im Netz seiner Angst verstrickt, dass er es nicht mehr vermag, die Stadt zu verlassen. Währenddessen sitzt Claire Zachanassian ruhig im Hotel und harrt der Dinge.

Die komische Tragödie „Der Besuch der alten Dame” ist eine skurrile Entlarvung von Scheinmoral, Geldgier und Käuflichkeit des Menschen. Mit dem Stück erlangte Friedrich Dürrenmatt seinen ersten Welterfolg. Das Stück wurde nicht nur auf deutschsprachigen Bühnen aufgeführt, sondern gelangte auch bis nach Amerika an den Broadway.